Taxi - Nachrichten

Ab 26. März können alle Ulmer das "car2go" nutzen. Rund 200 Smart fortwo stehen dann im Stadtgebiet zur Verfügung
Daimler weitet Miet-Smart-Projekt aus
Ende Oktober 2008 startete die Daimler AG mit „car2go“ ein Pilotprojekt zur Erforschung künftiger Mobilitätskonzepte in Ulm (wir berichteten). Anfänglich standen im gesamten Stadtgebiet 50 Smart fortwo für die Benutzung durch rund 500 Daimler-Beschäftigte und deren Familienangehörige bereit – das Volumen der Gemeinschaftswagen wurde später auf rund 100 Fahrzeuge vergrößert. Nun steht die Ausweitung des Konzeptes auf alle Stadtbewohner auf dem Programm. Ab Ende März, die offizielle Eröffnungsveranstaltung zu „car2go goes public“ findet nächsten Donnerstag statt, können die Ulmer mit den Zweisitzern zum Minutenpreis von rund 19 Cent durch ihre Universitätsstadt fahren, pro Stunde sind 9,90 Euro, pro Tag 49 Euro fällig.
Ein attraktives Angebot. Das weiß auch das lokale Taxigewerbe. Der Protest gegen die befürchtete Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten. Zumal sich die Taxler beim Konzeptstart übergangen fühlten und mit der Stornierung von Bestellaufträgen bei Mercedes-Benz drohten. Die Daimler-Verantwortlichen bedauerten die mangelhafte Informationspolitik, argumentierten allerdings, dass es sich schließlich um ein innovatives Projekt handele, das einer gewissen Geheimhaltung unterliege. Das Versäumnis sei allerdings nachgeholt worden – es habe mittlerweile einige Treffen gegeben und der Dialog mit den Taxiunternehmern verlaufe sehr konstruktiv und kooperativ, erklärte Projektsprecher Andreas Leo.
Auswirkungen noch nicht abzuschätzen
Über die Gespräche ist man auch auf der anderen Seite froh. Man fühle sich ernst genommen, war es vom Aufsichtsrat der Taxen Zentrale Ulm zu vernehmen. Die Mehrheit der Taxler ist besorgt und befürchtet einen spürbaren Rückgang bei den Fahrgastzahlen. Obgleich sich die wirklichen Auswirkungen vor Ausweitung des Projekts nicht abschätzen ließen, gibt Elisabeth Rust, Vorstandsvorsitzende der Taxen Zentrale Ulm, zu bedenken. Es spricht allerdings einiges dafür: Obgleich sich die Benutzung der Kleinwagen auf Daimler-Mitarbeiter beschränke, seien auf bestimmten Strecken bereits jetzt weniger Fahrten festzustellen, etwa zwischen Bahnhof und dem Daimler-Standort Eselsberg, so Javed Chaudrey, ebenfalls Aufsichtsratsmitglied.
Daimler sieht das Car-Sharing-Konzept eher als Ergänzung denn als Konkurrenz zu Taxifahrten. Es richte sich Konzernangaben zufolge an Stadtbewohner ohne Autos, ein in Großstädten wachsender Personenkreis, die je nach Anforderung auf verschiedene Verkehrsmittel zurückgriffen. Bei Ausflügen wird das Fahrrad aus dem Keller geholt, zur Arbeit geht es mit dem Bus und nach dem Besuch der Lieblingskneipe wird ein Taxi gerufen. In diesen Mobilitätsmix passt nach Ansicht der Abteilung Business Innovation, die bei Daimler das Projekt verantwortet, auch der Miet-Smart.
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